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AUS WIRTSCHAFT, STEUERN UND FINANZEN




       Kaib, Galldiks und Partner Steuerberatungsgesellschaft


       Das E-Bike, aktuelle Gesetzeslage





































       Gerade in der aktuellen Krise gehen immer mehr Menschen her und nut­  Erfreulich ist, dass auch bei der Steuererklärung keine Anrechnung auf die
       zen das Fahrrad. Bei den Fahrradhändlern bekommt man kaum noch ein  Entfernungspauschale erfolgt. So kann der Arbeitgeber ein Fahrrad kau­
       Fahrrad, und gerade auch durch das E­Bike ist auch im Bergischen das Rad­  fen, oder auch leasen, und dies steuerfrei seinem Arbeitnehmer zur Ver­
       fahren wieder interessanter geworden.                  fügung stellen, wenn er es ZUSÄTZLICH zum geschuldeten Gehalt
       Immer wieder suchen Unternehmer nach Möglichkeiten, verdiente Ar­  überlässt. Die Steuerbefreiungsmöglichkeit ist vorerst bis 2030 befristet.
       beitnehmer zu fördern, ja auch durch bestimmte Maßnahmen zu binden.
       Gerade in der aktuellen Krisenzeit ist es wichtig, den Mitarbeitern ein Ge­  III. Gehaltsumwandlungsmodell
       fühl von Geborgenheit zu geben, ja, sich auch auf sie verlassen zu können.  Beliebt ist auch das Modell der Gehaltsumwandlung. Der Arbeitgeber
       Eine Möglichkeit ist die Gestellung eines E­Bikes. Die Unterschiede aus  kauft oder least ein Fahrrad, überlässt dies dem Arbeitnehmer und kürzt
       steuerlicher Sicht stellen wir Ihnen nachfolgend gerne vor:  das ohnehin geschuldete Arbeitsentgelt entsprechend. Hier der Unter­
                                                              schied zu II. (siehe oben), wo das Fahrrad zusätzlich zum geschuldeten Ar­
       I. Fahrrad oder KfZ                                    beitsentgelt überlassen wird.
       Die nachfolgend beschriebenen Gestaltungsmöglichkeiten gelten sowohl
       für normale Fahrräder wie auch für Elektrofahrräder.   Dieses weit verbreitete „E­Bike­Leasing­Modell“ funktioniert wie folgt:
       Doch ACHTUNG: Wenn ein Elektrofahrrad verkehrstechnisch als Kraftfahr­  Zuerst muss geprüft werden, ab wann das Fahrrad dem Arbeitnehmer
       zeug eingeordnet wird (Beispiel: Ein Fahrrad, das mehr als 25 km/h fährt,  überlassen wurde. Erfolgte die Überlassung VOR 2019, muss vom auf volle
       gilt als Kraftfahrzeug), sind für so ein Fahrrad die allgemein gültigen Be­  100 € abgerundeten Bruttolistenneupreis 1 % als Sachbezug monatlich
       stimmungen der Dienstwagenbesteuerung anzuwenden!      versteuert werden, entsprechend auch der Sozialversicherung unterwor­
                                                              fen werden. Interessant wird es bei den Fahrrädern, die ab 2019 überlas­
       II. Steuerfreie Überlassung                            sen wurden. Hier hat die Verwaltung die Regelung bereits zweimal
       Wenn der Arbeitgeber ZUSÄTZLICH zum ohnehin geschuldeten Arbeits­  verbessert.
       lohn dem Arbeitnehmer ein Fahrrad überlässt, greift § 3 Nr. 37 EStG.
       Hiernach wird dieses umweltfreundliche Engagement des Arbeitgebers  Wurde im Kalenderjahr 2019 bei diesen Fahrrädern 1 % vom halbierten
       insoweit unterstützt, als dass der Arbeitnehmer für die Überlassung des  Bruttolistenneupreis als Sachbezug versteuert, hat der Gesetzgeber für
       Fahrrads nichts versteuern muss als Sachbezug.         2020 noch einen draufgesetzt.



       8 I Das bergische HandWERK 03I20
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